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Behandlungsmethoden

Homöopathie

Die Homöopathie gehört zu den bekanntesten Verfahren im Bereich der alternativen Medizin. Zugleich ist ihre Theorie höchst umstritten und wird heiß diskutiert. Aufgrund ihrer sanften und nebenwirkungsarmen Wirkungsweise wird die Homöopathie dennoch bei harmlosen Erkrankungen oft und gerne eingesetzt.

Welche Krankheiten werden behandelt?

Alle Krankheiten, die einer Selbstregulation des Organismus zugänglich sind, sofern keine bleibenden organischen Schädigungen eingetreten sind.

Beispiele:

Psychosomatische (funktionelle) Erkrankungen wie

  • Reizdarm, Reizmagen
  • Migräne
  • Menstruationsstörungen
  • hoher oder niedriger Blutdruck

Psychovegetative Störungen, zum Beispiel

  • Schlafstörungen
  • Ängste
  • Depressionen

 Allergische Erkrankungen

  • Heuschnupfen
  • Ekzeme
  • Asthma

Entzündliche Erkrankungen, soweit sie noch nicht zu Organveränderungen geführt haben: z. B.

  • Nebenhöhleninfekte
  • Blasenentzündung
  • entzündliche Darmerkrankungen
  • leichte Infektionen

 Bei Krankheiten mit organischen Schäden zur Linderung der Symptomatik:

Beispiel

  • Arthrose

Inhaltsverzeichnis

Homöopathie: Praktizierende Heilpraktiker und Ärzte Anzeige Alle Homöopathie Therapeuten anzeigen

Behandlungsprinzip & Wirkungsweise

Wie und ob die Homöopathie wirkt, ist immer noch strittig. Kritiker bemängeln die starke Verdünnung der Medikamente. Teilweise sei im "Arzneimittel" kein wirksamer Ausgangsstoff mehr enthalten. Die Befürworter führen hier neuere physikalische und chemische Befunde ins Feld, um diesen Hauptkritikpunkt zu entkräften:

Das Gedächtnis des Wassers
Physikalische Untersuchungen haben gezeigt, dass Wassermoleküle nicht chaotisch verteilt sind, sondern Strukturen, sogenannte Cluster, bilden. Innerhalb der Cluster besteht eine fast kristalline Ordnung. Andere Moleküle, wie geladene Teilchen, Fette und Wirkstoffe können die Ordnung der Wassermoleküle beeinflussen. Gemeint ist eine Ausrichtung und Ordnung von Wassermolekülen, die durch einen Stoff erzwungen wird. Diese Ordnung soll bestehen bleiben, auch wenn die Lösung geschüttelt wird und rechnerisch keine Ausgangssubstanz mehr enthalten ist. Dies ist allerdings im Moment noch eine unbewiesene Hypothese. Insbesondere ist unklar, ob diese Cluster, für eine pharmakologisch verlässliche Wirkung stabil genug sind und wie sie im Körper im Sinne eine spezifische Wirkung entfalten sollen.

Selbstregulation
Nach Ansicht vieler Anhänger der Homöopathie liegt die Wirkung darin, dass der Körper durch einen Reiz zur Selbstregulation angeregt wird:

Viele homöopathische Mittel sind unverdünnt giftig. Der Körper nimmt bei den Verdünnungen der Substanzen immer noch die schädliche Wirkung wahr. In der Folge versucht er diese Störung zu beseitigen, d. h. der Organismus wird aktiv, er "reagiert". Durch die hohe Verdünnung ist er auch in der Lage, die Giftwirkung aufzufangen, was er bei einer hoch konzentrierten Gabe des Giftes nicht wäre. 

Ein Mittel, das beispielsweise Verkrampfungen auslöst, könne so verdünnt eine Entspannung als Reaktion bewirken. Anregender Kaffee kann in homöopathischer Zubereitung als Mittel gegen Schlaflosigkeit verwendet werden und der tränenerzeugende Extrakt der Zwiebel soll bei Schnupfen mit Niesreiz und tränenden Augen helfen. Die körperliche Reaktion ist der Giftwirkung bei hohen Verdünnungen also entgegengerichtet.

Viele Befindlichkeitsstörungen entstünden durch eine reizarme Lebensweise. Der Körper sei dann passiv und reagiere nicht mehr auf Störungen, obwohl er das könnte. Durch die Aktivierung einer Körperreaktion werden die schlafenden Fähigkeiten neu geweckt. So soll sich Wohlbefinden und Gesundheit aufgrund natürlicher Kräfte wiederherstellen lassen.

Nebenwirkungen & Gegenanzeigen

Wechselwirkungen
Das Problem von Wechselwirkungen war Hahnemann wohl bekannt. Die reine Lehre von Hahnemann sieht daher vor, dass immer nur eine einzige Arznei angewendet werden soll, da sonst unberechenbare und schwer handhabbare Wechselwirkungen auftreten könnten. Viele Homöopathen halten sich auch heute noch an diese Regel.

Kritiker merken an, dass dies bei der Fülle heutzutage nahezu überall vorhandener Fremd- und Giftstoffe kaum möglich ist, auch wenn diese nicht im Hahnemannschen Sinne „potenziert“ sind. Es zirkulieren in jedem Organismus Antibiotika, Umweltschadstoffe, Fremdhormone aus verschiedensten Quellen, welche die Therapie stark beeinträchtigen könnten bzw. unter Umständen unwägbare Wirkungen und Wechselwirkungen hervorrufen könnten.

Nach moderner Ansicht können mehrere Mittel und Therapien gekoppelt werden. Hierüber besteht aber keine Einigkeit.

Die Anwender der Homöopathie betonen, dass die Therapie kein Allheilmittel ist. Sie  kann ihre Wirkung entfalten, wenn die äußeren Umstände eine Heilung zulassen. Die Homöopathie beruht vorgeblich auf einer Stärkung der Selbstregulation. Ist diese blockiert, wirke die Therapie nicht oder nicht vollständig. Medikamente wie Kortison und Immunsuppressiva, Schwächezustände oder Alter können zum Beispiel die Wirkung der Homöopathie hemmen. Auch Dauerstress, Zigarettenrauch und chronische Bewegungsarmut schmälern den Effekt.

Nebenwirkungen und GegenanzeigenVor jeder Therapie mit homöopathischen Mitteln sollte gründlich geprüft werden, ob die jeweilige Krankheit einer Behandlung zugänglich ist. Eine erfolglose homöopathische Therapie sollte rechtzeitig abgebrochen werden. Auf keinen Fall darf ein notwendiger Behandlungsbeginn einer notwendigen schulmedizinischen Behandlung verschleppt werden (wie bei Krebs, Schlaganfällen oder Diabetes).

Nebenwirkungen
Oftmals tritt bei einer homöopathischen Behandlung eine Erstverschlimmerung auf. Dies ist möglicherweise ein Hinweis darauf, dass manche homöopathische Medikamente die „Symptomatik“ auslösen können und wird als Bestätigung gewertet, dass das richtige Medikament gegeben wurde. Es kann sich natürlich um Placebo-Effekte handeln.

Nach einer langen Einnahme können ebenfalls die Wirkungen des Medikaments überwiegen. In diesem Fall ist es sinnvoll, das Präparat abzusetzen.

Sehr giftige Mittel (Arsen, Quecksilber, Strychnin, Aconitum u.a.) sollten niemals in niedrigen Potenzen für längere Zeit eingenommen werden.

Gegenanzeigen
Bei akuten Erkrankungen, die lebensbedrohlich sind, sollte  die schulmedizinische Behandlung Vorrang haben, z. B. bei Herzinfarkt, Venenthrombose, Knochenbrüchen, allergischem Schock, rheumatischen Schüben. Unheilbare und schwere organische Erkrankungen wie Krebs sollten schulmedizinisch behandelt werden, eine begleitende (komplementäre) homöopathische Behandlung ist aber möglich.

Bei degenerativen Erkrankungen und Erkrankungen mit zerstörten Organen und Organstrukturen – wie etwa bei der Parkinson-Krankheit, bei Erkrankungen der Herzklappen und bei Nierenversagen kann die Homöopathie nicht helfen.

Eine homöopathische Behandlung kann zu einer Erstverschlimmerung führen. Ist dies nicht zumutbar, ist eine Behandlung mit Hochpotenzen sorgfältig abzuwiegen (z. B. Neurodermitis).

Bei Allergien (zum Beispiel Bienengift) sind niedrige Potenzen tabu, hohe Potenzen (D12) sind gefahrlos.

Erkrankungen, die durch einen akuten Mangel entstehen, können nicht mit hohen Potenzen geheilt werden (wie Vitamin- oder Mineralienmangel, aber auch Insulinmangel bei Diabetes). Einige radikale Verfechter der Homöopathie vertreten die Ansicht, es genüge, wenn man die Nutzung der vorhandenen Vitamine durch homöopathische Dosen anrege.

Etwas fragwürdig muten die Vorstellungen einer homöopathischen „Impfung“  an: In manchen Schulen wird gelehrt, dass durch die Gabe von hochverdünntem Serum von Malaria-Kranken einer Infektion vorgebeugt werden kann. Hier sollte man sich auf jeden Fall auf die wirksame Prophylaxe und moderne schulmedizinische Therapie verlassen.

Ablauf

Die Behandlung
An Anfang jeder Behandlung stehen eine ausführliche Befragung und die Aufnahme des Krankheitsbilds. Dabei ist die Homöopathie wesentlich umfangreicher und gründlicher als die Schulmedizin: Der Therapeut sucht hier nach Anzeichen, die für eine Krankheit typisch sind (chronische Bronchitis), darüber hinaus aber auch nach Merkmalen, die für den individuellen Kranken typisch sind oder von ihm subjektiv empfunden werden (z. B. Husten, der durch Trinken von kaltem Wasser gelindert wird). Daneben werden die Tageszeit und Umstände des Auftretens  erfasst. Der Therapeut verschafft sich außerdem ein Bild über den vegetativen Zustand und frägt nach Stuhl, Urin, Schlaf, Laune, Appetit, Durst, Schweiß sowie Verlangen und Abneigung gegen Speisen.

Der Therapeut sucht danach das Mittel gegen die Krankheit aus, indem er die Symptome des Patienten mit den beschriebenen Arzneimittelbildern vergleicht. Viel Erfahrung gehört allerdings dazu, die Symptome auszuwählen, die bei der Mittelwahl besonders zu berücksichtigen sind.  

Die Medikamente
Die Homöopathie kennt etwa 2000 pflanzliche, tierische und mineralische Arzneimittel.

Die Urtinktur wird dann nach genauen Regeln verschüttelt und verdünnt. Die Verdünnung wird dann in D- (Verdünnung im Verhältnis 1:10), C- (1:100), LM- oder Q-Potenzen (1:50 000) angegeben.

Die Anzahl der Potenzierungsschritte wird hinter dem Buchstaben angegeben: D3 bedeutet: die Urtinktur wurde dreimal hintereinander 1:10 verdünnt. Das entspräche einer Gesamtverdünnung um den Faktor 1000. Eingesetzt werden Verdünnungen von 10 bis 1030 und höher.

Homöopathische Arzneimittel dürfen in Deutschland verordnet werden, auch ohne dass ein Wirkungsnachweis erbracht wurde.

Ergänzende Maßnahmen

Die Homöopathie kann mit anderen Reiztherapien – wie einer Kneipptherapie – und anderen naturheilkundlichen Verfahren unterstützt werden:

  • Atemtherapie
  • Entspannungstherapie
  • Ernährungs-, Ordnungstherapie, Klimatherapie
  • Hydro-, Balneo-, Thalassotherapie, Heilquellen und Physikalisch Therapie mit physikalischen Faktoren wie Wärme, Kälte, Licht
  • Phytotherapie
  • Ausleitende Verfahren
  • Bewegungstherapie
  • Massage

Daneben kann begleitend zu einer schulmedizinischen Behandlung zur Linderung der Symptome eine homöopathische Behandlung durchgeführt werden. Voraussetzung jedoch ist, dass der Körper und dessen Regulationskräfte nicht allzu sehr geschwächt sind und dass die konventionelle Therapie nicht diese Selbstheilungskräfte zu stark unterdrückt (z.B. bei der Kortisontherapie oft der Fall).

Wie wirksam ist die Methode? Gibt es Studien?

Die Wirksamkeit der Homöopathie ist noch immer umstritten. Die Bewertung durch Studien ist schwierig und die Anzahl an qualitativ hochwertigen Untersuchungen ist gering.

Viele Anwender vertreten die Ansicht, dass es keiner naturwissenschaftlichen Erklärungen bedarf, da die Homöopathie offensichtlich wirke.

Die Naturwissenschaften bewerten die Homöopathie aus verschiedenen Gründen als „nicht bewiesen“:

Naturwissenschaftliche Einwände
Eine Aufgabe der modernen Pharmazeutik ist eine Dosis-Wirkungsbeschreibung mit dem Ziel einer optimalen Dosierung. Hier gilt die Regel: Je weniger von einer Substanz gegeben wird, umso schwächer ist dessen Wirkung. Dass eine Wirkung durch fortgesetzte Verdünnung verstärkt werden könne, widerspricht den pharmazeutischen Erfahrungen und ist der Hauptangriffspunkt für Einwände gegen die Homöopathie. Sie setzt neben geringen Verdünnungen auch sehr hohe Verdünnungen ein. Rein rechnerisch ist in einer Lösung der Potenz oberhalb der D 23 oder der C 12 kein Molekül des Ausgangsstoffs mehr enthalten.

Objektive Wirknachweise konnten bisher die Wirkung der Homöopathie nicht beweisen.

Warum sind Wirkungsnachweise so schwierig?

  • In der Homöopathie werden nicht nur die Symptome der Krankheit berücksichtigt, sondern auch individuelle Beschwerden. So ist für jeden Patienten ein anderes Medikament notwendig und eine Verblindung des behandelnden Arztes nicht möglich.
  • Klinische Studien schreiben vor, dass alle Patienten mit demselben Medikament (beziehungsweise Placebo) behandelt werden müssen. Damit entzieht sich die Homöopathie den üblichen Studienverfahren.
  • Viele Studien über die Homöopathie haben nur sehr wenige Teilnehmer (weniger als 25 pro Gruppe), sodass diese Studien nach modernen statistischen Regeln keine Aussagekraft haben.
  • Etliche Studien über Homöopathie haben Mängel in der Studienbeschreibung, sodass sie bei der Erstellung von zusammenfassenden Studien – sogenannten Meta-Analysen – nicht berücksichtigt werden können.
  • Oftmals ist die Zubereitung des verwendeten Arzneimittels in der Studie nicht beschrieben. Von Hersteller zu Hersteller ist jedoch die Zubereitung sehr verschieden. So können viele Studien über „dasselbe“ Mittel nicht verglichen werden.

Alle Kriterien zusammen führen zu einer nach den strengen Qualitätskriterien schlechten Bewertung der Aussagekraft.

Übersichtsarbeiten (Metaanalysen)
Je nach den angelegten Kriterien und den ausgewählten Studien kommen zusammenfassende und bewertende Übersichtsarbeiten ("Metaanalysen") zu unterschiedlichen Ergebnissen: In einigen Analysen liegt die Wirkung einer homöopathischen Behandlung deutlich und über dem Placeboeffekt. Andere Autoren sind hier kritischer. Nach deren Meinung ist der Effekt der Homöopathie umso geringer, je strenger die angelegten Maßstäbe seien. Außerdem würden häufig negative Studien über Homöopathie nicht publiziert. Das verzerre die Statistik und führe schließlich dazu, dass der Effekt der Behandlung überschätzt werde. Es würden außerdem zu viele Studien berücksichtigt, die nicht strengen Kriterien eines Fachartikels entsprächen.

Die Anhänger der Homöopathie betonen, die Methode sei nach strengen Kriterien nicht standardisierbar und entziehe sich einem starren Studiendesign.

Bis die Situation geklärt werden kann, bleibt es eine persönliche Meinung, ob Homöopathie hilft oder nicht und es wird weiterhin glühende Anhänger und scharfe Kritiker geben.

Da die Homöopathie im Allgemeinen nicht schadet, ist gegen eine Anwendung nichts einzuwenden. Es ist aber darauf zu achten, dass eine dringend notwendige Therapie (z.B.  bei Krebs oder Tuberkulose) nicht hinausgezögert wird. Es sollte also vor einer homöopathischen Behandlung ein konventioneller Mediziner aufgesucht werden. Wenn er keine schwere Erkrankung feststellt, können Sie mit der homöopathischen Behandlung beginnen.

Qualifikation – was zeichnet einen guten Therapeuten aus?

Der Begriff Homöopathie ist kein geschützter Begriff.

Heilpraktiker können die Homöopathie ohne Nachweis in die Liste ihrer Therapien aufnehmen. Ärzte dürfen sich nur nach Erfüllung der Anforderungen der Bundesärztekammer „Homöopath“ nennen.

Für Ärzte und Heilpraktiker gibt es unterschiedliche Ausbildungen. Heilpraktiker machen meist eine schulische Ausbildung, Ärzte besuchen die Kurse bei einer Fachgesellschaft.

Heilpraktikerausbildung
Die Schulen, welche eine homöopathische Ausbildung für Heilpraktiker anbieten, sehen meist eine 3-jährige Ausbildung mit umfangreichen Inhalten vor.

Ärzteausbildung
Die Anforderungen der Bundesärztekammer sind:

  • Analyse von 50 Krankheitsfällen,
  • Dokumentation von 10 Behandlungsfällen,
  • Dokumentation der Analyse und Arzneidiagnose bei 10 vorgegebenen Krankheitsfällen
  • die Teilnahme an 6 Kursen von 1 Woche Dauer mit je mindestens 40 Stunden

Eine Ausbildung für Ärzte wird z.B. von dem deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte angeboten. Diese Ausbildung ist deutlich umfangreicher als die Minimalanforderungen der Bundesärztekammer.

Grundsätzlich darf aber jeder approbierter Arzt homöopathische Arzneimittel verordnen, auch ohne eine Ausbildung!

Qualitätsstandards
Wegen der bestehenden Diskrepanzen in der Homöopathenausbildung haben einige Homöopathie-Fachgesellschaften Deutschlands unter dem Dach des BKHD e.V. (Bund klassischer Homöopathen Deutschlands) zusammen mit den Ausbildungsstätten Qualitätsstandards für Aus– und Weiterbildung in der Homöopathie erarbeitet. Und hier sind umfangreiche Kenntnisse erforderlich:

  • Approbation als Arzt/Ärztin oder Zulassung als Heilpraktiker
  • Nachweis einer Mindestausbildungszeit von 1800 Stunden Homöopathiestudium (= 550 Std. Kontaktstudium in der Schule + 1250 Std. angeleitetes Heimstudium/Unterrichtsstunde = 45 Min.) und Nachweis der bestandenen schulinternen Prüfung.
  • Bestehen einer bundesweit einheitlichen dreitägigen zentralen Homöopathie-Prüfung.
  • Verpflichtung zur dreijährigen Supervision (mit ausführlicher Dokumentation von 6 supervidierten Praxisfällen).
  • Verpflichtung zur Fortbildung: 30 Stunden pro Jahr in Homöopathie und 8 Stunden pro Jahr auf schulmedizinischem Gebiet (Klinik). Die Nachweise werden der Qualitätskonferenz alle zwei Jahre eingereicht, geprüft und zur Einsichtnahme archiviert.
  • Verpflichtung zur Behandlung nach den Regeln der klassischen Homöopathie – nach bestem Wissen und Können. Das heißt: ausführliche Anamnese und Berücksichtigung aller Symptome mit dem Ziel einer Einzelmittelverordnung und ganzheitliche Erfassung des Patienten auch in den Folgebehandlungen.
  • Verpflichtung zur Einhaltung der Ethikrichtlinien

Die Stiftung Stiftung Homöopathie Zertifikat (SHZ) hat ganz ähnliche Kriterien (Prüfung - Supervision - Fortbildung).

Kosten/Erstattung durch die Kassen

Die Kassenleistung
Die Homöopathie wird inzwischen von vielen Kassen anerkannt. In manchen Kassenpraxen kann die Homöopathie inzwischen als Kassenleistung abgerechnet werden. Sie sollten sich allerdings vorher informieren, denn nicht jede Kasse oder jede Praxis bieten diese Leistung an.

Welche gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine homöopathische Behandlung übernehmen, finden Sie hier

Privatpatienten haben freie Arztwahl, die Kosten für eine homöopathische Behandlung werden bei allen Ärzten übernommen.

Falls Sie gesetzlich krankenversichert sind und in einer Privatpraxis mit Homöopathie behandelt werden wollen, ist zur Kostendeckung eine entsprechende private Zusatzversicherung möglich.

Ursprung der Methode, Varianten

Der Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann (1755-1843), war ein vielseitig gebildeter Mann. Als Arzt, Apotheker und Chemiker stand er den zeitgenössischen Behandlungsmethoden kritisch gegenüber. Die Verabreichung von Arzneimitteln durch seine Kollegen fand er willkürlich. Er bemerkte, dass die üblichen Behandlungsmethoden wie Aderlass, Blutegeltherapie und Abführen oftmals zum Schaden der geschwächten Patienten eingesetzt wurden. Es kursierten außerdem viele Theorien und Hypothesen über Krankheiten, die einer systematischen und gründlichen Prüfung entbehrten.

Hahnemann widmete sich chemischen Studien, studierte und übersetzte medizinische Klassiker seiner Zeit. Als er sich mit der Arzneimittellehre des Schotten William Cullens beschäftigte, fesselte ihn die Beschreibung des Malariamittels Chinarinde. Er führte einen Selbstversuch durch: Er nahm Chinarinde ein und erfuhr Zustände wie sie von malariakranken Patienten bekannt sind.

Ähnlichkeitsgesetz
Nach vielen Selbstversuchen, Versuchen an seiner Familie und Freunden stellte er seine Theorie auf: Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt (Similia similibus curentur). Diese als Ähnlichkeitsgesetz bekannt gewordene These bedeutet, dass genau die Arznei, die bei einem Gesunden die Symptome hervorruft, unter denen ein Kranker leidet, diese Krankheit heilen kann.

Arzneimittelprüfung
Die Symptome, die Arzneimittel an Gesunden auslösen, wurden durch Hahnemann mit einer genauen Buchführung aufgezeichnet. Zum ersten Mal in der Geschichte der europäischen Medizin wurden nicht nur die Tradition oder eine Theorie, sondern „Versuche“ die Grundlage der Behandlung: die Arzneimittelprüfung war geboren. (Nicht zu vergleichen sind diese alten Methoden mit der modernen statistischen Auswertung und toxikologischen Arzneimittelprüfung.)

Potenzierung
Hahnemann hatte auch beobachtet, dass sich unter den damals üblichen Dosierungen die Symptome häufig verschlechterten und außerdem Giftwirkungen auftraten. So begann er nach und nach, die Arzneimittel zu verdünnen. Dadurch verringerten sich die Giftwirkungen und die Wirkungen traten stärker hervor. Später glaubte er, dass die Art und Weise, wie verdünnt wurde, die Wirkung verstärke. Diese Verdünnungen wurden daher als Potenzierungen bezeichnet. Nach der Hypothese von Hahnemann sind es nicht die Substanzen, die heilen, sondern dynamische Kräfte, die durch das Potenzieren entwickelt werden.

Varianten
Verschiedene andere Arzneimittel, die man heute zu den homöopathischen Arzneimitteln zählt, wurden aus dem Gedankengut von Hahnemann später entwickelt:

Biochemie nach Schüßler: Beseitigung von Mangelzuständen durch verdünnte Salze

Nach Überzeugung von Schüßler entsteht eine Krankheit durch Mangel an verschiedenen Stoffen und müsse daher auch mit einer Zufuhr dieser Stoffe geheilt werden. Die Potenzierung des Salzes soll dabei die Resorption und den Stoffwechsel des entsprechenden Salzes anregen. 

Nosoden – Krankheitsprodukte zur Stimulation
Diese homöopathischen Präparate werden aus Krankheitsprodukten wie Schleim, Eiter, Mikroorganismen und Krebszellen hergestellt und sollen die körperliche Aktivität gegen diese oder ähnliche Krankheiten stärken.

Spagyrik
Die Spagyrik ist ein besonderes Verfahren zur Zubereitung homöopathischer Arzneimittel.

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